Zur Bewertung der Restrisiken wur
de am IFA ein Kraft-Druck-Messgerät
entwickelt: Es erhebt, visualisiert und
dokumentiert die Belastungen durch
Kollisionen mit dem Roboter, sodass
die Einhaltung der Grenzwerte über
prüft werden kann.
Das IFA hat die technologischen,
medizinischen, biomechanischen und
prüftechnischenAnforderungen an die
Arbeit mit kollaborierenden Robotern
definiert. Die ergonomischen Anfor
derungen an die Mensch-Roboter-Kol
laboration wurden im Virtual Reali
ty Labor SUTAVE am IFA untersucht.
Dazu gehört, welche Distanzen zwi
schen Mensch und Roboter angemes
sen sind und wie Geschwindigkeiten
sowie Fahrwege des kollaborierenden
Roboters ausgelegt sein sollten. Viele
Ergebnisse aus den IFA-Projekten, die
erstmals bereits im Jahr 2009 veröffent
licht wurden, sind in Roboternormen
eingeflossen. Für die Planung von kol
laborierenden Robotersystemen hat
dieDGUV für nationaleHerstellerwich-
tige Hinweise in einer Informations
schrift zusammengefasst.
Datenbrillen –
Mini-Computer auf der Nase
Die Präventionsforschung am IFA be
schäftigt sich auch mit Datenbrillen
und Head-Mounted-Displays (HMD).
Das sind kleine Anzeigegeräte, die am
Kopf der arbeitenden Personen befes
tigt oder in den Brillen integriert sind.
Der Hauptvorteil der Geräte liegt da
rin, dass Informationen wie Bedie
nungsanleitungen in das Sichtfeld
eingeblendet werden, sodass die Hän
de für die Arbeit frei bleiben. Auch
Zweitmeinungen oder weitere Infor
mationen lassen sich so abrufen. Da
tenbrillen und HMD werden durch
Sprache, Gesten oder externe Gerä
te gesteuert. Bei ihrer Verwendung in
der Arbeitswelt stellt sich insbesonde
re die Frage nach der physischen und
psychischen Beanspruchung der Nut
zerinnen und Nutzer.
Das IFA hat daher damit begon
nen, den Einsatz von Datenbrillen an
Arbeitsplätzen in der Kommissionie
rung zu erforschen. Es wurden erste
Anwendungen programmiert, bei de
nen Beschäftigte über die Datenbrille
Gefahrstoffsymbole erkennen und be
werten konnten. Mit Datenbrillen lässt
sich auch Biofeedback gewinnen. Eine
mögliche Anwendung wurde durch
eine Online-Anzeige des gemessenen
Kopfneigungswinkels mit ergonomi
scher Bewertung realisiert. Derzeit un
tersucht das IFA, ob Datenbrillen die
Ergonomie an Sortierarbeitsplätzen
verbessern können.
3D-Drucker: Technische Innova
tionen und Arbeitsschutz
In additiven Fertigungsverfahren
liegt revolutionäres Potenzial für Pro
duktion und Logistik: Damit werden
schichtweise dreidimensionale Pro
dukte und Werkstücke aufgebaut.
Fraglich ist, ob dabei Gefahrstoffe
auftreten oder die gefertigten Pro
dukte selbst Gefahrstoffe emittieren.
Erste orientierende Messungen eini
ger Unfallversicherungsträger und
des IFA liegen vor. Die Bundesanstalt
für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
(BAuA) strebt dazu eine Kooperation
mit dem IFA an. Sobald ausreichende
Kenntnisse vorliegen, werden das IFA
und die Unfallkasse Nordrhein-West
falen (UK NRW) eine Handlungsanlei
tung erarbeiten, die ein gemeinsames
Vorgehen zu künftigen Expositions
messungen an Arbeitsplätzen gewähr
leistet.
Geplant ist auch ein Projekt mit
dem Sachgebiet Gefahrstoffe im Fach
bereich Rohstoffe und chemische In
dustrie. Es soll den Nachweis zum
sicheren Betrieb von 3D-Druckern er
bringen. Die Beispiele zeigen, worum
es der Präventionsforschung am IFA
geht: technische Innovationen und
Arbeitsschutz sinnvoll miteinander zu
verbinden.
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www.dguv.de(Webcode: d1146647)
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Monokulare See Through
Datenbrille: Die Datenbrille
projiziert virtuelle Infor
mationen vor ein Auge. Mit
dem anderen Auge ist eine
uneingeschränkte Sicht mög-
lich. Die Realität wird direkt
wahrgenommen.
Binokulare See Through
Datenbrille: Die Datenbrille
projiziert virtuelle Informa
tionen vor beide Augen,
gleichzeitig wird aber auch
die Realität wahrgenommen.
Quelle: IFA
Head-up-Display (HUD), ohne
see through: Das dargestellte
HUD ist ein Anzeigesystem,
bei dem ausschließlich
virtuelle Informationen in das
Sichtfeld projiziert werden.
DATENBRILLEN:
Beispiele für die Funktions-
weisen von Datenbrillen und
Head-up-Displays (HUD):
DGUV Jahrbuch 2015/16
Zukunft der Arbeit




