führer der DGUV, klar. In der gesetzlichen
Unfallversicherung werden schon heute
in bestimmten Fällen auch Selbstständige
zur Absicherung verpflichtet. Künftig könn
te verstärkt die Frage auftauchen, ob weite
re Gruppen von Selbstständigen verpflich
tend in den Schutzbereich der gesetzlichen
Unfallversicherung aufgenommen werden
sollten.
Eine besondere Herausforderung dürf
te allerdings in der Praxis darin bestehen,
die von der gesetzlichen Unfallversicherung
abgedeckte Erwerbstätigkeit eindeutig vom
privaten Bereich abzugrenzen und damit
die Zuständigkeiten der verschiedenen
Sozialversicherungssysteme festzulegen.
Die Gesellschaft für Versicherungswissen
schaft und -gestaltung (GVG), zu deren Mit
gliedern auch die DGUV gehört, diskutiert
darüber hinaus die Frage, ob eine Vorsorge
pflicht für alle Erwerbstätigen in allen Zwei
gen der sozialen Sicherung bestehen soll.
„Es wäre den Beitragszahlerinnen und -zah
lern schwer zu vermitteln, wenn die Sozial
versicherung die Versorgung von Menschen
übernehmen müsste, die keinen Beitrag ge
zahlt haben“, so Breuer, der seit 2012 auch
Vorstandsvorsitzender der GVG ist.
Sicherheit und Gesundheit
bei der Arbeit für alle
Neben der Grundsatzdebatte über eine Neu
definition der sozialen Sicherung für ganze
Bevölkerungsteile führen die geschilderten
Veränderungen auch zu konkreten neuen
Herausforderungen im Bereich des Arbeits
schutzes. Die gesetzliche Unfallversiche
rung hat in der Vergangenheit große Er
folge bei der Prävention von Unfällen und
Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz erzielt.
Was muss sich in der Prävention ändern,
wenn Beschäftigte durch die Digitalisierung
ihre Tätigkeitsorte frei wählen können? Wer
sorgt dafür, dass die Vorgaben für Sicherheit
und Gesundheit auch außerhalb der Betrie
be gewahrt bleiben? Die gesetzliche Unfall
versicherung wird darauf Antworten finden.
So soll der Einzelne in die Lage versetzt wer
den, eine stärkere Eigenverantwortung zu
tragen. Zudem sind Sicherheitsstandards
so anzupassen, dass sich der praktische Ar
beitsschutz nicht verringert.
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www.dguv.de(Webcode: d1124828)
Prävention von
Anfang an
Neue Kampagne wirbt für Kultur
der Prävention
4.0-Prozesse prägen die Arbeitswelt. Damit verändern sich
auch die Gefahren am Arbeitsplatz, zum Beispiel die psy
chischen Belastungen. Arbeitsbedingungen nachhaltig zu
verbessern heißt ganzheitlich anzusetzen: Sicherheit und
Gesundheit müssen von Anfang an in allen Lebensberei
chen mitgedacht werden. So entsteht langfristig eine Kultur
der Prävention. Dafür wirbt ab 2017 die neue Präventions
kampagne der gesetzlichen Unfallversicherung. Berufs
genossenschaften und Unfallkassen wollen Unternehmen
und Einrichtungen dabei unterstützen, Prävention in alle
Entscheidungs- und Handlungsebenen einzubeziehen.
Weitere Handlungsfelder sind die Bereiche Führung, Kom
munikation, Beteiligung der Beschäftigten, Fehlerkultur so
wie das soziale Klima am Arbeitsplatz. Sind Sicherheit und
Gesundheit als Werte fest im täglichen Handeln und in al
len Entscheidungen verankert, profitieren Menschen und
Betriebe: Ausfallzeiten sinken, Motivation und Produktivi
tät steigen. Die neue Präventionskampagne richtet sich aber
nicht nur an Unternehmen und Einrichtungen. Je früher Si
cherheit und Gesundheit als Werte vermittelt werden, des
to selbstverständlicher wird präventives Handeln. Die Prä
ventionskampagne hält deshalb auch Angebote für Kinder
und Jugendliche bereit. Um diesen kulturellen Wandel zu
erreichen, ist die Kampagne auf eine Dauer von zehn Jah
ren ausgerichtet.
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www.dguv.de(Webcode: d1070162)
Sicherheit und Gesundheit müssen von Anfang an in allen
Lebensbereichen mitgedacht werden.
DGUV Jahrbuch 2015/16
49
Zukunft der Arbeit




