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Für neue Formen der Arbeit und

neue Technologien gerüstet

Qualifizierung ist ein Schlüssel, um den Wandel der Arbeit erfolgreich

mitzugestalten

W

er immer tut, was er schon

kann, bleibt immer das, was

er schon ist.“ So brachte es

der Autohersteller Henry Ford auf den

Punkt. Schon heute sind Qualifizie­

rungen und Weiterbildungen zentra­

le Bausteine in erfolgreichen Erwerbs­

biografien. Noch arbeiten wir häufig

in vertrauten Strukturen, aber wie lan­

ge noch? Die vierte Industrialisierung

bahnt sich an. Die Digitalisierung ver­

ändert nicht nur unsere Arbeitsplätze,

sondern auch die Anforderungen und

Aufgaben, die an die Beschäftigten ge­

stellt werden. Eine neue lebenslange

Lernkultur wird bei der Bewältigung

dieser Herausforderungen eine zentra­

le Rolle spielen. Denn die immer kür­

zeren Innovationszyklen tragen dazu

bei, dass nicht nur Produkte, sondern

auch Arbeitsstrukturen und -prozes­

se innerhalb kleinerer Zeiteinheiten

durch neue ersetzt werden. Auch die

Halbwertzeit von Wissen nimmt zu.

Wissen wird schneller „älter“. Be­

schäftigte müssen sich daher immer

öfter auf veränderte Rahmenbedin­

gungen einstellen und ihren Wissens­

bestand anpassen und erneuern. Be­

triebe müssen diesen Trend frühzeitig

erkennen und neue Lern-Infrastruk­

turen und flexible Lernsysteme für die

Beschäftigten aufbereiten.

Die gesetzliche Unfallversiche-

rung gestaltet mit

Hier ist auch die gesetzliche Unfall­

versicherung in ihrer Rolle als größ­

te nicht staatliche Bildungsträgerin

gefragt: Angepasste Qualifikations­

inhalte und -methoden sind notwen­

dig, um den rasch wechselnden An­

forderungen des technologischen

und digitalen Wandels gerecht zu

werden. Aber auch die veränderten

Arbeitsformen und Beschäftigungs­

verhältnisse, die mit mehr Flexibilität

der Beschäftigten einhergehen, ver­

langen neue Lernformen: Informelles

Lernen, E-Learning, arbeitsintegriertes

Lernen oder altersgerechtes Lernen

sind dafür einige Beispiele. Eine zu­

künftige Aufgabe der gesetzlichen Un­

fallversicherung wird es daher sein,

diese neuen Inhalte und Methoden

im Bildungsbereich zu erarbeiten und

umzusetzen. Damit dies gelingt, po­

sitioniert sich die gesetzliche Unfall­

versicherung als offene Dialogpartne­

rin im Bereich Bildung insbesondere

für Gesundheits- und Arbeitsschutz­

themen. Dafür werden regelmäßig

Veranstaltungen und Weiterbildun­

gen zum Thema Lernen und Arbeiten

in einer digitalisiertenWelt angeboten.

Zu den neuen Lernformen kommen

auch neue Anforderungen an Menge,

Darstellungsform und Inhalt von In­

formation dazu, auch und insbeson­

dere von Arbeitsschutzinformatio­

nen. Der Grund dafür sind veränderte

Qualifikationsstrukturen der Beschäf­

tigten und eine zunehmende Beschäf­

tigungspolarisierung. Auch hierin liegt

für die gesetzliche Unfallversicherung

eine der Herausforderungen für die

Qualifikationen von morgen. Immer

im Blick: eine neue lebenslange Lern­

kultur für die Beschäftigten der versi­

cherten Unternehmen, Verwaltungen

und Bildungseinrichtungen, aber auch

der eigenen Beschäftigten.

|

www.dguv.de

(Webcode: d76)

Arbeitsstrukturen

und -prozesse werden

sich zukünftig noch

schneller ändern.

Eine lebenslange

Lernkultur wird bei

der Bewältigung der

Herausforderungen

eine zentrale Rolle

spielen.

DGUV Jahrbuch 2015/16

51

Zukunft der Arbeit