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W

elche Barrieren müssen ab­

gebaut werden, damit Men­

schen mit Behinderung

gleichberechtigt an der Gesellschaft

teilhaben können? Mit dieser Frage

beschäftigt sich teilhabeorientierte

Forschung und damit auch die DGUV,

denn bis Ende 2017 sollen bis zu zehn

Prozent der Forschungsgelder der

DGUV in Projekte zu Teilhabeleistun­

gen fließen. So kann Forschung ganz

konkret dazu beitragen, die Rehabili­

tation und Teilhabe zu verbessern.

Mobilitätslotsen fördern einen

aktiven Lebensstil

Ein Beispiel für teilhabeorientierte

Forschung ist das von der DGUV ge­

förderte Forschungsprojekt „Mobilität

ist Teilhabe“ (MIT) des Forschungs­

instituts für InklusiondurchBewegung

und Sport (FiBS) in Zusammenarbeit

mit dem Deutschen Rollstuhl-Ver­

band (DRS e. V.), welches 2015 seinen

Abschluss fand. Sportlich aktive Men­

schen mit einer Querschnittslähmung,

das hat eine vorherige Studie ergeben,

sind imAlltags- und Berufsleben weni­

ger beeinträchtigt und geben an, eine

wesentlich bessere körperliche und

psychische Lebensqualität zu haben.

Daran anknüpfend entwickelte das

Projekt MIT ein Konzept zur Verbesse­

rung und zum lebenslangen Erhalt der

Rollstuhlmobilität.

Mit dem Aktivitätstest zur Mobilität

im Rollstuhl (AMR®) und einem Kurz­

fragebogen zur subjektiven Einschät­

zung der Mobilität wurden die Betrof­

fenen im Umgang mit dem Rollstuhl

getestet. Bei Trainingsbedarf wurde

ihnen zusätzlich ein geschulter Mobi­

litätslotse zur Seite gestellt. Die Lotsen

waren selbst erfahrene Rollstuhlfahrer

beziehungsweise Rollstuhlfahrerin­

nen und berieten nicht nur zu wohn­

ortnahen und individuell geeigneten

Mobilitäts- und Sportangeboten, son­

dern sie motivierten auch die Betroffe­

nen zu einem aktiven Lebensstil.

Aufgrund des positiven Feedbacks

der Betroffenen hat die DGUV be­

schlossen, sowohl den AMR® als

auch die Mobilitätslotsen als festen

Bestandteil in den Rehabilitationspro­

zess mit aufzunehmen.

Leuchtturmprojekt Hand

Ein weiteres Beispiel ist das von der

DGUV geförderte „Leuchtturmprojekt

Hand“ (2011–2016). Rund ein Drittel

aller meldepflichtigen Arbeitsunfäl­

le im Jahr 2014 waren Handverletzun­

gen, das Forschungsinteresse ist da­

her in diesem Bereich besonders groß.

Für ausgewählte Verletzungen und

Erkrankungen der Hand wurden ge­

meinsam mit den im Projekt koope­

rierenden Kliniken Empfehlungen für

die medizinische Versorgung (von der

Diagnostik bis zur Rehabilitation) in

Form von Behandlungsstandards er­

arbeitet. Im Projekt wurde zudem auf

Basis der internationalen Klassifikati­

on der Funktionsfähigkeit, Behinde­

rung und Gesundheit (ICF) ein Bewer­

tungsinstrument erarbeitet, mit dem

Aspekte der Funktionsfähigkeit, Teil­

habe und Kontextfaktoren erfasst wer­

den können. Dieses Instrument wird

zur Umsetzung der Behandlungsstan­

dards eingesetzt und in einer Lang­

zeitstudie überprüft. Dazu gehört auch

eine Praktikabilitätserprobung, um

Hinweise auf „Stolpersteine“ für die

geplante Routine-Anwendung in allen

BG Kliniken zu identifizieren.

|

www.fi-bs.de/mobilitaet-ist-teilha

be-mit

|

www.leuchtturmprojekt-hand.de

Im Mittelpunkt steht der Mensch

Forschung ermöglicht bessere Rehabilitation und Teilhabe

Mobilität im Rollstuhl ist

wichtig – im Alltags- und

Berufsleben.

DGUV Jahrbuch 2015/16

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