M
anchmal scheint das Leben
in eine Sackgasse zu mün
den: zum Beispiel, wenn die
Folgen eines Arbeitsunfalls die beruf
liche Zukunft infrage stellen. Doch
die gesetzliche Unfallversicherung
bietet Instrumente für den Weg zu
rück ins Arbeitsleben. Davon profi
tieren nicht nur die Betroffenen, son
dern auch die Betriebe, die in Zeiten
des demografischen Wandels und des
Fachkräftemangels qualifizierte Be
schäftigte brauchen.
Bewährt und weltweit einzigartig
Das Betriebliche Eingliederungs
management (BEM) trägt dazu bei,
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit
Leistungseinschränkungen im Unter
nehmen zu halten, anstatt sie zu ver
lieren. Davon profitieren alle Beschäf
tigten, die mehr als sechs Wochen am
Stück oder länger als sechs Wochen
innerhalb eines Jahres arbeitsunfähig
waren. Die Durchführung eines BEM
ist für alle Arbeitgeber in Deutsch
land gesetzliche Pflicht. Die Unfall
versicherungsträger, die durch ihre
Präventionsarbeit nah an den betrieb
lichen Strukturen und Prozessen sind,
können Unternehmen und Verwal
tungen bei der Einführung eines BEM
und einer Kultur des betrieblichen Ge
sundheitsmanagements unterstützen.
Im Rahmen eines Projektes soll dies
bis 2018 flächendeckend gelingen. Die
Grundlage ist ein Maßnahmenkatalog
mit fünf Zielen. Demnach werden die
Unfallversicherungsträger die Betriebe
intensiver über ihre BEM-Verpflichtun
gen informieren, ihre interne und ex
terne Kommunikation verbessern und
die Vernetzung ihrer Fachleute, die für
Prävention und Rehabilitation zustän
dig sind, fördern. Die DGUV wird au
ßerdem Kriterien für die Kooperation
mit anderen Partnern in der sozialen
Sicherheit ausarbeiten. Mit gutem Bei
spiel wollen die DGUV und die Unfall
versicherungsträger vorangehen und
das BEM für die eigenen Beschäftigten
nach dem Katalog ausgestalten.
Menschen mit Arbeit verbinden
Ein weiteres Instrument ist DGUV job,
ein deutschlandweiter Vermittlungs
service der gesetzlichen Unfall
versicherung für alle Beschäftigten,
die nach einem Arbeitsunfall oder we
gen einer Berufskrankheit eine Neu
orientierung auf demArbeitsmarkt an
streben. Regionale Ansprechpersonen
aus den Landesverbänden der DGUV
vermitteln die Bewerberinnen und Be
werber, die aufgrund ihrer vorherigen
Tätigkeiten vielfältige Kenntnisse und
Qualifikationen mitbringen. Die An
sprechpersonen von DGUV job bieten
den Betrieben individuell abgestimm
te Lösungen zur Einarbeitung, Qua
lifizierung oder Fortbildung der Be
werberinnen und Bewerber. Auch die
Vermittlung und Abwicklung von fi
nanziellen Förderungen wird schnell
und unbürokratisch über DGUV job or
ganisiert.
Wegweiser Berufsumstieg
Neue berufliche Chancen benötigen
auch Beschäftigte, die aus gesundheit
lichen Gründen nicht bis zu ihrem Ren
teneintrittsalter in ihrem derzeit ausge
übten Beruf weiterarbeiten können. Ein
frühzeitiger Wechsel in einen anderen,
weniger oder anders belastenden Be
ruf kann dazu beitragen, Arbeitslosig
keit oder Berufsunfähigkeit zu vermei
den. Idealerweise sollte der neue Beruf
dem Qualifikationsniveau des bisheri
gen entsprechen und die gewonnene
Berufserfahrung, Neigungen und Fä
higkeiten der Betroffenen einbeziehen.
Auf jeden Fall sind gesundheitliche As
pekte bei der Suche nach einem pas
senden Umstiegsberuf zu berücksichti
gen. Die gesetzliche Unfallversicherung
unterstützt Arbeitnehmerinnen und Ar
beitnehmer hierbei mit einem Online-Instrument: Unter der Internetadresse
www.wegweiser-berufsumstieg.dekön
nen Beschäftigte nach Berufen suchen,
die zum persönlichen Profil und zum
Gesundheitszustand passen. Auch Be
triebe können dieses Tool zur Personal
planung und -entwicklung einsetzen.
|
www.dguv.de(Webcodes: d138330,
d569530 und d950342)
Unterstützung
für den Fall der Fälle
Die Erhaltung, Förderung und Wiederherstellung von Beschäftigungs
fähigkeit gehört zu den Aufgaben der Unfallversicherungsträger
„Ein frühzeitiger
Wechsel in einen
anderen, weniger
oder anders belas
tenden Beruf kann
dazu beitragen,
Arbeitslosigkeit
oder Berufsun
fähigkeit zu ver
meiden.“
Teilhabe möglich machen
DGUV Jahrbuch 2015/16
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