einrichtungen herausgearbeitet: Eine gelungene Teilhabe fördert
nicht nur die Qualität von Erziehung und Bildung, sondern verbessert
auch das soziale Klima. Doch Inklusion gibt es nicht zum Nulltarif. In
den Bildungseinrichtungen müssen ausreichende personelle, mate
rielle und zeitliche Ressourcen vorhanden sein, damit Menschen mit
Behinderungen ihre Potenziale und Stärken entfalten können. Zum
gesellschaftlichen Umdenken gehört eine Weiterentwicklung des Er
ziehungs- und Bildungssystems. An der Hochschule der DGUV am
Campus Bad Hersfeld wurde das Thema Inklusion in den Bachelorstu
diengang Sozialversicherung integriert: 31 Studierende beschäftigten
sich in einem Forschungsprojekt damit, wie eine Persönliche Assis
tenz die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen
unterstützt. Persönliche Assistenz wird entweder durch einen Sozi
alen Dienst oder durch Personen geleistet, die von den Betroffenen
selbst angestellt werden. Neben einer Förderung der selbstbestimm„Sport und
Bewegung sind
Treibstoff für die
Inklusion.“
ten Teilhabe am Leben in der Gesellschaft werden Familienangehöri
ge entlastet. Ist die Behinderung durch einen Arbeits- oder Wegeunfall
entstanden oder liegt die Ursache in einer Berufskrankheit, sind die
Unfallversicherungsträger Ansprechpartner für die Ermittlung des in
dividuellen Hilfe- und Unterstützungsbedarfs. Die Studierenden lern
ten nicht nur Befragungsinstrumente und Analysemethoden wissen
schaftlichen Arbeitens kennen, sondern auch Menschen, die eine
Persönliche Assistenz im Alltag nutzen: Diese Begegnungen schufen
eine besondere Sensibilität für die Bedeutung von sozialer Rehabili
tation und lebenslanger nachgehender Betreuung. Und auch die Be
fragungsergebnisse zeigten: Persönliche Assistenz ist weit mehr als
Pflege – sie kann Angehörige entlasten und einen großen Beitrag zur
Teilhabe am gemeinschaftlichen und kulturellen Leben leisten.
Inklusion ist keine Illusion
Sport und Bewegung sind Treibstoff für die Inklusion. Aus der Reha
bilitation – eine der zentralen Aufgaben der gesetzlichen Unfallversi
cherung – ist Sport nicht wegzudenken: Er motiviert, mobilisiert und
trägt dazu bei, Menschen nach einem Arbeitsunfall wieder zurück in
den Beruf zu bringen. Mut machende Vorbilder sind Profisportler wie
Jean-Marc Clément oder die Athletinnen und Athleten, die an den Pa
ralympics teilnehmen. Über deren außergewöhnliche Geschichten
und Fähigkeiten berichtet die Paralympische Zeitung (PZ), die seit
2004 von der DGUV und dem Verlag „Der Tagesspiegel“ herausgege
ben wird. Junge, engagierte Nachwuchsreporterinnen und -reporter
sind vor Ort bei denWettbewerben, das nächste Mal von den Paralym
pischen Sommerspielen in Rio im September 2016. Die PZ erscheint in
einer Auflage von einer Million Exemplaren. Auch regionale Veranstal
tungen tragen Inklusion in den Alltag. So schuf der „Tag ohne Gren
zen“ 2015 in Hamburg einen Raum für Begegnung zwischenMenschen
mit und ohne Behinderung. Initiiert wurde der Aktionstag von der
DGUV zusammenmit den Berufsgenossenschaften, den Unfallkassen,
den berufsgenossenschaftlichen Kliniken sowie dem Deutschen Roll
stuhl-Sportverband. „Beim ,Tag ohne Grenzen‘ ist es in hervorragen
der Weise gelungen, deutlich zumachen, dass Sport Gemeinschaft für
Menschen mit und ohne Behinderung schafft“, so DGUV Vorstands
vorsitzender Dr. Rainhardt Freiherr von Leoprechting.
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www.dguv.de(Webcodes: d133311, d1121729, d1040212, d958183)
Teilhabe möglich machen
DGUV Jahrbuch 2015/16
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