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ehabilitation und Inklusion
sind wichtige gesellschaftli
che Themen – nicht erst seit der
Behindertenrechtskonvention der Ver
einten Nationen (UN-BRK). Sie sind
zugleich auch zentrale Aufgaben der
gesetzlichen Unfallversicherung. Ziel
ist es, Menschen, die durch einen
Arbeitsunfall verletzt oder durch eine
Berufskrankheit beeinträchtigt wur
den, eine gleichberechtigte Teilhabe
am beruflichen und gesellschaftlichen
Leben zu ermöglichen. Ein wichtiges
Element ist hierbei unter anderem der
Sport. Auch mit ihrem Aktionsplan
möchte die gesetzliche Unfallversiche
rung einen nachhaltigen Beitrag zu
einer inklusiven Gesellschaft leisten.
Doch welche Weichenstellungen sind
noch notwendig und was kann die Po
litik tun, um die Rahmenbedingungen
weiter zu verbessern? Die zwölffache
Paralympics-Siegerin und Beauftrag
te der Bundesregierung für die Belan
ge von Menschen mit Behinderungen,
Verena Bentele, beantwortet Fragen
zum Thema.
Frau Bentele, seit Januar 2014 sind
Sie Behindertenbeauftragte der
Bundesregierung und damit verant-
wortlich für die Belange behinderter
Menschen.WelcheThemen sind Ihnen
besonders wichtig, in welchen Berei-
chen konnten Sie bereits erste Erfolge
verzeichnen?
Zu den besonders wichtigen The
men gehört für mich zuallererst das
Bundesteilhabegesetz, kurz BTHG.
Dieses Gesetz soll echte Teilhabe und
Selbstbestimmung ermöglichen und
Veränderungen für den Alltag der
Menschen mit Behinderungen brin
gen. Es soll sicherstellen, dass etwa
Menschen mit Behinderung mehr als
2.600 Euro ihres Einkommens und
Vermögens behalten können. Auch
die Partnerinnen und Partner sollen
nicht ihr Einkommen und Vermögen
für die Finanzierung der Leistungen
einsetzen müssen, wenn sie Einglie
derungshilfe empfangen. Außerdem
soll es unabhängige Beratungsange
bote festschreiben und den generellen
Schritt weg von der Sozialhilfe, hin ins
SGB IX vollziehen. Gerade mit Blick
auf Arbeitsmöglichkeiten soll es Men
schen mit Behinderungen in die Lage
versetzen, ein persönliches Budget
beziehungsweise ein Budget für Ar
beit in Anspruch zu nehmen. Damit
könnten sie zum Beispiel die Leistun
gen einkaufen, die eine Beschäftigung
auf dem ersten Arbeitsmarkt erlauben.
Wir müssen diese personenzentrierte
Form der Unterstützung unbedingt
schaffen.
Schon weiter sind wir beim Thema
der Barrierefreiheit, egal ob es umbau
liche Barrieren oder Informations- und
Sprachbarrieren geht. Die Novellierung
des Behindertengleichstellungsgeset
zes ist auf dem Weg. Es schreibt Be
hörden deutliche Verbesserungen vor
– wenn auch noch längst nicht in der
Verbindlichkeit, die ich mir wünsche.
Gut ist, dass zukünftig voraussichtlich
alle Bescheide in Leichter Sprache an
gefordert werden können, das ist ein
wesentlicher Schritt. Jetzt müssen wir
darauf hinwirken, dass endlich auch
die Privatwirtschaft zur Barrierefrei
heit verpflichtet wird, dass etwa Arzt
praxen, Kinos und Restaurants auch
die Bedürfnisse von Menschen mit
Behinderungen berücksichtigen.
Rehabilitation als wichtige
Schnittstelle für Inklusion
VERENA BENTELE
Beauftragte der Bundes
regierung für die Belange
behinderter Menschen
INTERVIEW
Teilhabe möglich machen
DGUV Jahrbuch 2015/16
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