Prävention in allen Lebenswelten
Die Nationale Präventionskonferenz bereitet den Weg für eine bundesweite
Präventionsstrategie
D
ie Prävention in der gesamten
Bevölkerung und in allen Le
benswelten stärken: Das ist das
Ziel der Nationalen Präventionsstra
tegie. Sie wird künftig von der Natio
nalen Präventionskonferenz (NPK) als
Arbeitsgemeinschaft der gesetzlichen
Spitzenorganisationen von Unfall-,
Kranken-, Renten- und Pflegeversiche
rung entwickelt. Die NPK wurde durch
das Präventionsgesetz, das im Som
mer 2015 verabschiedet worden war,
neu geschaffen. Das Gesetz soll alle
Bürgerinnen und Bürger in ihren tägli
chen Lebenszusammenhängen – den
sogenannten Lebenswelten – dabei
unterstützen, gesundheitsförderliche
Lebensweisen zu entwickeln und im
Alltag umzusetzen. „Die Arbeit der
gesetzlichen Unfallversicherung zeigt
bereits, wie erfolgreich Prävention
sein kann, wenn sie in die Lebens
welten der Menschen eingebunden
wird“, so der stellvertretende Haupt
geschäftsführer der DGUV, Dr. Wal
ter Eichendorf. „Dieser Gedanke wur
de mit dem Präventionsgesetz auf alle
Lebensbereiche ausgedehnt.“
Trägerübergreifende Kooperation
Im Frühjahr 2016 hat die NPK bun
deseinheitliche trägerübergreifende
Bundesrahmenempfehlungen zur Ge-
sundheitsförderung verabschiedet.
Neben den vier Sozialversicherungs
zweigen haben unter anderem auch
Bundes- und Landesministerien, die
Sozialpartner, die für den Arbeits
schutz zuständigen obersten Lan
desbehörden, die kommunalen Spit
zenverbände, die Bundesagentur für
Arbeit sowie Patientenvertreterin
nen und -vertreter daran mitgewirkt.
Eichendorf macht deutlich, dass die
Strategiearbeit der NPK unter klaren
Leitlinien steht: „Durch eine stärkere
Zusammenarbeit der Träger und ein
abgestimmtes Vorgehen können wir
Synergieeffekte erschließen und mehr
Personen erreichen.“ Dabei fange man
aber nicht bei null an: „Dadurch, dass
wir in der Vergangenheit eng mit an
deren Akteuren wie zum Beispiel dem
Bund und den Ländern im Rahmen
der Gemeinsamen Deutschen Arbeits
schutzstrategie (GDA) oder mit den ge
setzlichen Krankenkassen, zum Bei
spiel in der Initiative Gesundheit und
Arbeit (iga), zusammengearbeitet ha
ben, können wir viele Erfahrungen
einbringen“, so Eichendorf weiter.
Gesund von Kindesbeinen an
Mit den Bundesrahmenempfehlun
gen sollen gesundheitsförderliche
Rahmenbedingungen für alle Men
schen und in allen Lebensphasen –
von der frühesten Kindheit über die
Lebensmitte und das Arbeitsleben
bis ins hohe Alter – gestaltet werden.
„Gesund aufwachsen“, „Gesund le
ben und arbeiten“ sowie „Gesund im
Alter“ werden darin als gemeinsa
me Ziele definiert. Durch die Orien
tierung am Lebenslauf ist es möglich,
alle Menschen mit lebensweltbezo
gener Prävention zu erreichen. Dazu
zählen Maßnahmen in den Kindergär
ten und Schulen ebenso wie die Ge
sundheitsförderung in den Betrieben
sowie die Präventionsarbeit in kom
munalen Einrichtungen bis hin zu
entsprechenden Aktivitäten in Pflege
einrichtungen. Zu den Zielgruppen
gehören neben Familien, Kindern, Ju
gendlichen, Auszubildenden, Studie
renden, Berufstätigen, Arbeitslosen
und ehrenamtlich tätigen Personen
auch Pflegebedürftige und pflegen
de Angehörige. Die Bundesrahmen
empfehlungen beschreiben nicht nur
die Handlungsfelder, sondern auch
das Leistungsspektrumund die Beiträ
ge der jeweiligen Sozialversicherungs
träger sowie die zu beteiligenden Orga
nisationen und Einrichtungen.
Transparenz durch Präventions
bericht
Die Bundesrahmenempfehlungen sol
len kontinuierlich weiterentwickelt
werden und auf der Grundlage von
Landesrahmenvereinbarungen vor Ort
umgesetzt werden. Im Jahr 2019 wird
die NPK erstmals einen trägerüber
greifenden Präventionsbericht über
die Entwicklung der Gesundheits
förderung und Prävention vorlegen.
Der Präventionsbericht wird auch die
Erfahrungen der Zusammenarbeit der
vier Sozialversicherungszweige bei
der Erreichung der Ziele darstellen
und Hinweise zu Präventionsbedarf
und -potenzialen in der Bevölkerung
geben.
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www.dguv.de(Webcode: dp117057)
„Die Arbeit der
gesetzlichen Unfall
versicherung zeigt
bereits, wie erfolg
reich Prävention
sein kann, wenn sie
in die Lebenswelten
der Menschen ein
gebunden wird.“
Positionsbestimmung
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DGUV Jahrbuch 2015/16




