Für sichere und
gesunde Arbeit weltweit
Die DGUV kooperiert mit internationalen Organisationen und Institutionen
D
as Handeln der Deutschen
Gesetzlichen Unfallversiche
rung endet nicht etwa, wie ihr
Name vermuten lässt, an den Grenzen
Deutschlands, sondern geht weit über
diese hinaus. Die DGUV setzt sich
weltweit für Sicherheit und Gesund
heit bei der Arbeit ein. Im Fokus der
Kooperationen stehen Wissenstrans
fer und persönlicher Austausch, um
aus den Erfahrungen anderer Syste
me der Unfallversicherung und des
Arbeitsschutzes zu lernen und die ei
gene Expertise weiterzugeben.
Häufig handelt es sich bei den Ko
operationspartnern um BRICS-Staa
ten und Entwicklungsländer, die bis
lang über kein oder ein im Aufbau
befindliches Unfallversicherungs- und
Arbeitsschutzsystem verfügen. Gera
de hier ist das umfassende Know-how
der deutschen Unfallversicherung von
der Prävention über die Rehabilitati
on bis zur Versicherungsleistung bei
Arbeitsunfällen und Berufskrankhei
ten gefragt. Hinzu kommt auch noch
ein weiterer Aspekt, wie DGUV Haupt
geschäftsführer Dr. Joachim Breuer er
klärt: „Als Endkonsumenten liegt es
in unserer Verantwortung, sich dafür
einzusetzen, dass Lieferketten nach
haltig gestaltet und Produkte unter ge
sunden, sicheren Bedingungen herge
stellt werden.“
Bangladesch
Ein aktuelles Beispiel hierfür ist das
Engagement in Bangladesch. Seit 2014
unterstützt die DGUV Bangladesch bei
der Einführung einer gesetzlichen Un
fallversicherung. Seit dem tragischen
Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza
imApril 2013, bei dem etwa 1.100 Men
schen getötet und über 2.000 verletzt
wurden, stehen die Arbeitsbedingun
gen der bangladeschischen Industrie
im Fokus der internationalen Öffent
lichkeit. Zahlreiche Initiativen wur
den gestartet, um die Zustände für
die Arbeiterinnen und Arbeiter, ins
besondere in der Textilindustrie, zu
verbessern.
Eine von ihnen ist der G7 Vision Zero
Fund, ein von den G7 im Juni 2015 be
schlossener Fonds, mit dessen Hilfe
weltweit Sicherheit und Gesundheits
schutz bei der Arbeit gestärkt wer
den sollen. Mit den Geldern aus dem
Fonds sollen nachhaltige globale Lie
ferketten aufgebaut und Verletzun
gen oder Todesfälle am Arbeitsplatz
verhindert werden. Die DGUV hatte
sich durch konkrete Initiativen und
Vorschläge bei der Entwicklung des
Fonds eingebracht.
Vor diesem Hintergrund kamen im
August 2015 und April 2016 banglade
schische Delegationen mit Vertretern
aus Politik, Regierung sowie von Ar
beitgebern und Arbeitnehmern zu Be
such nach Deutschland. In mehrwö
chigen Seminaren, die vom Institut
für Arbeit und Gesundheit der Deut
schen Gesetzlichen Unfallversiche
rung (IAG) organisiert und zusammen
mit mehreren Kooperationspartnern
durchgeführt wurden, lernte die De
legation die Strukturen der deutschen
gesetzlichen Unfallversicherung ken
nen, erlebte den sozialen Dialog in
Deutschland mit und erhielt bei der
Besichtigung von Betrieben Einblicke
in die Praxis von Arbeitsschutz und
Sozialpartnerschaft.
Diesen Besuchen gingen Koopera
tionsvereinbarungen voraus, die die
DGUV, das Bundesministerium für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung (BMZ), die Deutsche Ge
sellschaft für Internationale Zusam
menarbeit (GIZ) und die Internationa
le Arbeitsorganisation (ILO) mit dem
bangladeschischen Arbeitsministe
rium (MoLE) in den Jahren 2014 und
2015 abgeschlossen hatten. In diesem
Rahmen erhielten beispielsweise drei
bangladeschische Studierende ein Sti
pendium für den Studiengang Sozial
versicherungswissenschaften an der
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.
Internationale Qualifizierung
Die Ausbildung und Qualifizierung ist
neben dem fachlichen und persönli
chen Austausch ein zentraler Baustein
der internationalen Kooperationen.
Eine wichtige Rolle kommt dabei dem
Institut für Arbeit und Gesundheit der
DGUV (IAG) zu. Dieses bietet Seminare
zur internationalen Qualifizierung an
und bildet damit internationale Fach
kräfte aus, die das gewonnene Wis
sen zum Ausbau der Strukturen von
„Als Endkonsu
menten liegt es in
unserer Verantwor
tung, sich dafür
einzusetzen, dass
Lieferketten nach
haltig gestaltet und
Produkte unter
gesunden, sicheren
Bedingungen her
gestellt werden.“
Positionsbestimmung
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DGUV Jahrbuch 2015/16




