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Ein starker Verbund

Die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) bündelt die

Aktivitäten der Akteure im Bereich Sicherheit und Gesundheit

G

emeinsam handeln – jeder in

seiner Verantwortung: Unter

dieser Leitlinie arbeiten Bund,

Länder und Unfallversicherungsträger

seit 2008 in der Gemeinsamen Deut­

schen Arbeitsschutzstrategie (GDA)

zusammen. Mit der Koordination

und Fokussierung ihrer Präventions­

aktivitäten unterstützen die Akteu­

re gemeinsam die Betriebe dabei, si­

chere und gesunde Arbeitsplätze zu

schaffen. Damit trägt die GDA auch

zu einer langfristigen Kostenentlas­

tung der Unternehmen und der so­

zialen Sicherungssysteme bei. Unter

Beteiligung aller relevanten Arbeits­

schutzakteure, insbesondere der So­

zialpartner, legen die Träger der GDA

gemeinsame Arbeitsschutzziele und

Handlungsfelder fest. Die Planung,

Koordinierung und Evaluation der Ar­

beitsschutzziele und Handlungsfelder

erfolgt im Rahmen der Nationalen Ar­

beitsschutzkonferenz (NAK). Für den

Zeitraum 2013 bis 2018 wurden drei

Ziele definiert: erstens eine Verbes­

serung der Organisation des Arbeits­

schutzes, zweitens eine Verringerung

von arbeitsbedingten Gesundheits­

gefährdungen und Erkrankungen im

Muskel-Skelett-Bereich und drittens

der Schutz und die Stärkung der Ge­

sundheit bei arbeitsbedingter psychi­

scher Belastung.

Je Arbeitsschutzziel

ein Programm

„Mit den drei Arbeitsprogrammen „Or­

ganisation“, „Muskel-Skelett-Erkran­

kungen (MSE)“ und „Psyche“ wollen

wir die gesetzten Ziele realisieren“,

sagt Dr. Walter Eichendorf, stellver­

tretender Hauptgeschäftsführer der

DGUV. Die DGUV hat 2016 den Vorsitz

in der NAK, der im jährlichen Turnus

zwischen Bund, Ländern und Unfall­

versicherungsträgern wechselt, über­

nommen. Bei der Umsetzung ihrer Pro­

gramme kooperieren die Träger der

GDA eng mit den Sozialpartnern und

weiteren Kooperationspartnern wie

Krankenkassen, Fachverbänden und

Arbeitsschutznetzwerken.

Arbeitsschutz mit Methode –

zahlt sich aus

Das GDA-Programm Organisation un­

terstützt die Betriebe dabei, ihre Or­

ganisation des betrieblichen Arbeits­

schutzes zu untersuchen und zu

verbessern. Dabei stehen die Gefähr­

dungsbeurteilung als zentrales Instru­

ment des Arbeitsschutzes sowie die

Integration von Sicherheit und Ge­

sundheit in betriebliche Abläufe und

Entscheidungen im Vordergrund. Ne­

ben Angeboten zur Einführung eines

Arbeitsschutzmanagementsystems

(AMS), Informationsveranstaltungen

und Seminaren sowie Betriebsbesich­

tigungen und Beratungen umfasst das

Arbeitsprogramm auch den GDA-OR­

GAcheck. Unter www.gda-orgacheck.

de können kleine und mittlere Unter­

nehmen eine anonyme Selbstbewer­

tung der betrieblichen Arbeitsschutz­

organisation vornehmen.

Prävention macht stark – auch

deinen Rücken

Das Arbeitsprogramm MSE wendet

sich sowohl an Beschäftigte, Unter­

nehmer und Führungskräfte als auch

an Multiplikatoren. Mit Schulungen,

Seminaren, Betriebsbesichtigungen

und -beratungen sowie weiteren In­

formationsangeboten soll das Pro­

gramm arbeitsbedingte Gesundheits­

gefährdungen und Erkrankungen im

Muskel-Skelett-Bereich senken. Der

besondere Fokus liegt auf Tätigkei­

ten mit einem hohen MSE-Risiko wie

schwerem Heben und Tragen, sich

wiederholenden Arbeitsabläufen und

Bewegungsmangel. Mit www.gdabe­

wegt.de

wurde ein branchenübergrei­

fend angelegtes Internetportal mit

Angeboten der GDA-Träger und Sozial­

partner geschaffen. Für eine wirksame

Reduktion von MSE setzt das Arbeits­

programm an zwei Punkten an: ers­

tens bei der Förderung einer betrieb­

lichen Präventionskultur, also der

Gestaltung gesundheitsgerechter Ar­

beitsbedingungen, zweitens bei der

Gesundheitskompetenz, das heißt der

Förderung des gesundheitsgerechten

Verhaltens der Beschäftigten.

Stress reduzieren – Potenziale

entwickeln

Das GDA-Programm Psyche will Un­

ternehmer, Führungskräfte, Personal­

vertretungen sowie Verantwortliche in

Arbeitsschutz und Gesundheitsförde­

rung über die Prävention von psychi­

schen Belastungen informieren und

qualifizieren. Neben Handlungshil­

fen für die betriebliche Praxis, Schu­

lungen für das Aufsichtspersonal der

Arbeitsschutzbehörden und Unfall­

versicherungsträger sowie Betriebsbe­

sichtigungen und -beratungen wurden

weitere Informationen erarbeitet. Die­

se sind über das Internetportal www.

gda-psyche.de

sowie in einer Broschü­

re mit Empfehlungen zur Umsetzung

der Gefährdungsbeurteilung psychi­

scher Belastungen abrufbar.

2015 ist das Präventionsgesetz in

Kraft getreten. Die Anforderungen an

Vernetzung und Koordination neh­

men daher zu. Die GDA verfügt über

bewährte Strukturen, die sich als Ba­

sis für künftige Kooperationen im Ar­

beitsschutz anbieten.

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DGUV Jahrbuch 2015/16