Versicherte stehen im Fokus
Wie zufrieden sind die Kunden und Kundinnen mit dem Reha-Management
der gesetzlichen Unfallversicherung?
Unfälle sind gravierende Einschnitte
im Leben. Für Perspektiven sorgt das
Reha-Management der gesetzlichen
Unfallversicherung: Nach schweren
Arbeits- und Wegeunfällen werden
damit alle notwendigen Maßnahmen
möglichst frühzeitig koordiniert und
vernetzt, um die erlittenen Gesund
heitsschäden der Versicherten zu be
seitigen oder zu verbessern. Ziel ist die
zeitnahe, dauerhafte berufliche und
soziale Wiedereingliederung. Doch
wie zufrieden sind Unfallversicherte
mit diesem Prozess? Diese und weite
re Fragen werden bei einer zweijähri
gen anonymisierten Versichertenbe
fragung erhoben. Mittlerweile liegen
erste Ergebnisse vor. Sie zeigen deut
lich, dass sich die Anstrengungen der
Unfallversicherungsträger im Reha-Management auszahlen: Obwohl
rund zwei Drittel der Befragten anga
ben, länger als sechs Monate arbeits
unfähig gewesen zu sein, konnten
knapp 56 Prozent der Befragten nach
ihrem Unfall wieder ihre alte Tätigkeit
im bisherigen Unternehmen aufneh
men. Weitere sechs Prozent wechsel
ten auf eine andere Tätigkeit beim bis
herigen Arbeitgeber. In die Befragung
einbezogen wurden Versicherte aller
Unfallversicherungsträger, die nach
dem 31. Juli 2015 ein Reha-Manage
ment beendet haben. „Die Ergebnis
se dieses Projekts sind ein Baustein
zur Qualitätssicherung und bilden
erstmals die Perspektive der Betroffe
nen ab“, so Doris Habekost, Referats
leiterin Teilhabe und Reha-Manage
ment der DGUV. „Wir wollen unter
anderem nachweisen, dass die früh
zeitige Intervention im Reha-Prozess
wichtig ist.“ Mit wissenschaftlicher
Begleitung des Instituts für Arbeit
und Gesundheit der DGUV (IAG) wur
de ein kurzer Fragebogen erarbeitet,
der die Zusammenarbeit mit der Reha-Managerin oder dem Reha-Manager,
die Planung und den Ablauf der Re
habilitation, die Zielerreichung und
die Gesamtzufriedenheit sowie Anga
ben zur Person berücksichtigt.
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www.dguv.de(Webcode: d1359)
Nicht nur Pflege, sondern auch
Selbstpflege lernen
Pflegende Angehörige benötigen Unterstützung im Pflegealltag
Die häusliche Pflege eines Familien
mitgliedes ist eine verantwortungs
volle Aufgabe mit vielfältigen Konse
quenzen. Den Pflegenden wird häufig
erst im Alltag bewusst, welchen Belas
tungen sie dabei ausgesetzt sind. Nicht
seltenwerden die eigenen emotionalen
und physischen Grenzen unterschätzt.
Nicht erwerbsmäßig tätige Pflege
personen stehen während der pfle
gerischen Tätigkeit unter dem Schutz
der gesetzlichen Unfallversicherung
und haben Anspruch auf präventi
ve Unterstützung. Der seit 2016 gel
tende Handlungsleitfaden „Pflege“
der DGUV hebt die besondere Bedeu
tung der pflegenden Angehörigen her
vor und gibt Hinweise, wie diese durch
Weiterbildungs- und Entlastungsmaß
nahmen zielgerichtet unterstützt wer
den können.
Konkrete Hilfe
Pflegepraktika in BG Kliniken sowie
eine begleitende professionelle Pfle
geberatung sind wichtige Hilfen beim
Einstieg in den Pflegealltag. Mit dem
seit 2005 angebotenen Seminar „An
leitung und Unterstützung pflegender
Angehöriger“ trägt die Hochschule der
Deutschen Gesetzlichen Unfallversi
cherung in Kooperation mit der ZNS –
Hannelore Kohl Stiftung dazu bei, Un
sicherheiten bei der häuslichen Pflege
abzubauen und Pflege- sowie Betreu
ungskompetenzen zu stärken. In mo
derierten Workshops werden ein brei
tes Basiswissen und Tipps für die
Pflegepraxis vermittelt. Auch das The
ma „Selbstpflege und Selbstachtsam
keit“ wird behandelt. Angehörige wer
den für die eigenen Belastungsgrenzen
sensibilisiert und lernen zudem, ver
nachlässigte eigene Bedürfnisse in ih
rem Leben wiederzuentdecken.
Die steigende Nachfrage nach Wei
terbildungen macht deutlich: Pflegen
de Angehörige brauchen Unterstüt
zung, damit die Versorgung zu Hause
möglichst optimal ist und diejenigen,
die Kranke pflegen, nicht selber krank
werden.
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www.dguv.de/hochschuleTeilhabe möglich machen
DGUV Jahrbuch 2015/16
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